Wie bereits angekündigt bekam ich Gelegenheit, mich von der Qualität des Fotobuches Magini von Prentu.de zu über zeugen (oder auch nicht). Ich war zugegebenermaßer doch gespannt, was mir da ins Haus flattern würde, da ich bei einem größeren Feldversuch SEHR interessante Einsichten in Lieferqualität und Bearbeitung der gelieferten Bilder bekommen konnte. Du darfst also gespannt sein, wie diese Lieferung so wirkte.
Der erste Eindruck
Der erste Eindruck ist kaum wieder gutzumachen (sagt man). Nach genau 1 Woche war die Lieferung in meinem Briefkasten – eine akzeptable Zeit, wenn man bedenkt, daß das Päckchen aus Holland kam. In Händen hielt ich einen sehr stabilen Karton, den auch eine grobe Behandlung nichts ausgemacht hätte und das Produkt hervorragend geschützt hätte. Fein, sowas gefällt mir. Nach dem Öffnen hielt ich das kleine Album (13×18 in Hochglanz) in Händen.
Eine saubere Verklebung (bei dieser Art von Fotobuch üblich) und sorgfältige Schnittkanten machten einen soliden Eindruck. Hier achtet man also auch auf scharfe Messer beim Beschnitt! ist zwar lästig, macht aber viel aus, wenn die Kanten nicht “gerissen” werden.
Jetzt wird es Ernst
Da hier ja niemand unnötig in den Himmel gelobt werden soll, schaue ich mir die Fotos nun einmal genauer an. Die Bilder wurden in einer Seitengröße von 1024 Pixeln, Dateigröße 300 bis 500 kB hochgeladen und sind teils in mäßiger Qualität gewesen – Bildfehler wurden in Kauf genommen. Warum ich nicht nur perfekte Bilder genommen habe? Nun, es gibt Labore, die das Foto noch einmal automatisch nachbearbeiten, um dem Normaluser ein besseres Ergebnis zu liefern. Hierzu kann man stehen, wie man will, doch handelt es sich hier um ein Massenprodukt und nicht unbedingt um ein Spitzenprodukt für Berufsfotografen (oder Semiprofis), darum wollte ich sehen, was geschieht.
Und was ist nun geschehen?
Betrachten wir einmal das Titelfoto. Im Original knackscharf, in der BEA dann SEHR soft gemacht und obendrauf mein Copyrightlogo. farblich spannend ist der Anteil zwischen der blauen Jacke und dem sehr roten Schal. Ob hier der Teint der Haut leiden wird? In der Tat hat das Foto an Helligkeit deutlich verloren. Auch wenn ein Foto am Monitor IMMER brillianter ist, so ist der Unterschied zum Original deutlich. Die “Problemzone” T-shirt und helle Jacke waren hier vermutlich verantwortlich für die Abdunkelung insgesamt. Zwangsläufig ist der rote Schal und die roten Lippen natürlich flacher in der Wirkung. Wäre es ein Urlaubsfoto vom Strand, so hätten das Labor alles richtig gemacht. Sieht man das als Perfektionist, dann wäre das ein Fehlergebnis gewesen. So zieht sich das durch gleiche Bilder durch. Gibt es große, helle Flächen wird ein mittlerer Helligkeitswert genommen, der das Bild anpaßt.
… und was ist mit Tee?
Nun, Tee gab es nicht, aber noch eine weitere Hürde: Ich habe zwei Schwarz/Weißbilder eingebunden. Ein Muskelmann (Jörg Fuchs, Mr. Universum) und ein Modelportrait, das eigentlich unscharf und objektiv gesehen Schrott ist. Auch hier wurde ein wenig zu dunkel belichtet und der reine S/W-Wert hat einen leichten “Grünstich”. Das Ergebnis verwundert aber nicht. Fast alle Labore gehen mit S/W so um. Da die Maschinen auf Farbe voreingestellt sind, leiden echte S/W-Fotos unter dem Druck der Masse. Das ist keine Katastrophe, doch man sollte es wissen.
Fazit
Insgesamt kann man sagen, daß Prentu.de die Ware zügig und professionell verpackt ausliefert. Das Endprodukt macht den Eindruck sehr sorgfältiger Verarbeitung. Das Fotobuch ist selbst noch einmal in Seidenpapier verpackt, um den Hochglanzlack nicht zu beschädigen. Da hat sich jemand echt Gedanken gemacht. Wer hier seine Urlaubsfotos belichten läßt bekommt ein wertiges Produkt geliefert. Gerne hätte ich doch mal gemeckert, um die Servicequalität zu testen – doch es gab nichts wirklich zu meckern. Die o.g. Mängel sieht doch nur der engagierte Fotograf, dessen Monitor kalibriert ist und der den direkten Vergleich sucht. 98% der Kunden bekommen hier bessere Fotos in die Hand, als sie eigentlich geliefert haben, da die Korrekturen durchaus massentauglich sind. Immerhin fotografieren die meisten Anwender direkt in JPG und wissen ganz sicher nicht viel über Weißabgleich etc. Der Profi wird seine Sedcard oder Kundenfotos sicherlich nicht so abwickeln und hier vorher nach farbprofilen und Papierqualitäten im Vorfeld fragen, um nahe an sein Produkt zu kommen. Hierzu habe ich leider auf der Webseite keine Hinweise bekommen. Gerne hätte ich auch die Belichtungsqualität beim Hochladen noch beeinflußt oder zumeindest das Ergebnis gesehen, doch weiß cih nicht, ob dies überhaupt möglich ist.
Kann ich Prentu.de für deine Urlaubsbilder empfehlen? Ja. Kurz und bündig, Ja! Das Produkt fühlt sich wertig an und die Bilder sind (allein betrachtet) allesamt gelungene Aufnahmen






Danke für deinen Eintrag. Das ist eine sehr bedauerliche Erfahrung, die ich nicht gemacht habe. Ich bin mal gespannt, was prentu dazu sagen wird.
Das hochladen der Fotos ist 3-mal fehlgeschlagen. Jedes Mal mehr als 12 Stunden für 200 Bilder. A m Ende kam dann „Übertragung nicht Erfolgreich“ Mittlerweile ist nun auch der Gutschein von Groupon verfallen, so dass wir die Bilder nun doch wo anders drucken lassen.
Aus diesem Grund kamen wir gar nicht dazu die Qualität zu testen.
Der Kundenservice hat es nicht geschafft nach 3 Werktagen auf eine Anfrage zu Antworten. Eigentlich sehr schade.
Das nenne ich mal einen alltagstauglichen Bericht. Danke.
http://www.wupperfotos.de/kriterien-fur-eine-testbestellung/
hihi
Was hätte das Buch inkl. Versand gekostet, hättest du es als zahlender Kunde geordert?
LG vom Jochen
Hallo Jochen, wie im Fazit erwähnt, eine Beeinflußung der Bildqualität beim Bestellvorgang habe ich nicht gefunden. Insgesamt habe ich hier ein Massenprodukt beurteilt, welches für den Massenmarkt gedacht ist. Das Gros der Leser hier wird da sicherlich andere Ansprüche haben – doch für ein preiswertes Büchlein ist das Magini durchaus akzeptabel und würde mit den richtigen Bildern der Oma viel Freude machen – und daran habe ich diesmal gemessen. Ein Highendvergleich der TOP-Hersteller wäre sicherlich mal eine Herausforderung. Dabei sollte es dann aber wirklich um richtig anspruchsvolle Bilder gehen (Acryl oder auf Metall gezogen oder so). Da wären wir alle wohl ganz heiß drauf…
Ein schöner Bericht, Holger. Konnte man die Automatische Bildoptimierung im Design- oder Bestellprozess deaktivieren? CeWe empfiehlt das – und Saal Digital auch – wenn es sich bei den Bildern um bearbeitete Fotos handelt. Leider muss ich aber direkt dazu sagen, dass das Ergebnis DENNOCH nicht zu 100% das sein kann, was man womöglich erwartet hat. Und nun kommt noch das Thema Soft-Proof ins Spiel, aber Details spare ich mir, weil mir das persönlich zu aufwändig ist.
LG vom Jochen