Vor einigen Jahren habe ich es mir erlaubt, dem Strom der “Vollprofis” zu folgen und mir ein Grafiktablett zu leisten. “Wenn schon denn schon” stand dort Pate und so wurde es dann auch ein Wacom Intuos 4 zum Schnäppchenpreis
von ~300 €.
Immerhin versprachen mir namhafte Bildbearbeiter, ich würde meine Maus in Kürze entsorgen und nur noch- und auch alles – mit dem Tablett machen.
Erste Erfahrungen
Als “richtiger” Kerl mußte es natürlich auch das Intuos L sein (DIN-A4), weil so ein “Miniteilchen” sicherlich zu klein sein dürfte. Die Maus wanderte sofort in die Schublade und ich habe meine ersten Handlingversuche gemacht. Da ich den Umstieg von reiner Tastatur auf die erste Benutzeroberfläche (GEM und später das erste Windows) noch in Erinnerung hatte, wußte ich ja, daß die Motorik erst geschult werden muß.
Die Wahl der Boardgröße erwies sich aber als Fehler. Die Handbewegungen sind viel zu ausladend für meinen Geschmack. Glücklicherweise kann man die Arbeitsfläche halbieren – doch dafür hat man ja nicht das “Große” gekauft. Auch die Arbeit mit dem Stift wurde nie so recht mein “Ding”. Heute nutze ich das Tablett nur noch für die Eingabe von Handschriften oder das Bearbeiten größerer Flächen in den Photos. Bequem war auch bislang die Möglichkeiten der programmierbaren Tasten zu nutzen oder das vergrößern und verkleinern mit dem Touchsteuerrad (oder wie das heißt) zu nutzen.
Mein Fazit
Bislang erwies sich der Nutzen des Tabletts in meinem Bildbearbeitungs-workflow als wenig hilfreich. Die wahl der Größe sollte man sich vorher nicht nur überlegen, sondern ausgiebig ausprobieren, ob es Alltagstauglichkeit beweist. Wer mit dieser Art von Bedienung klarkommt, der ist mit dem Intuuos gut beraten, weil die Qualität von Gerät und Software insgesamt schon überzeugt – allerdings den Preis von >300,00 € nur rechtfertigt, wenn man es zu seinem Lieblingswerkzeug erwählen kann.
Feedback
Mich würd mal interessieren, wie deine Erfahrungen so sind. Nutzt du ein Grafiktabeltt? Wenn ja, welches? wie lange? wie häufig?




Hi Holger,
ich habe mich bislang noch nicht getraut. Als Tester würde ich gerne eingesetzt werden, aber ich bin nicht bereit, viel Geld für etwas auszugeben, was ich nicht kenne und nicht einzuschätzen weiß.
Ich hatte gedacht, dass man gerade die kleinsten Fummelarbeiten mit einem Tablett gut lösen kann. Berufe ich mich nun auf deinen Artikel, scheint das ja nicht so easy zu sein. Das alleine lässt mich noch mehr zweifeln.
J.
mir reicht ein A5 Tablet, ich habe das Modell Graphire von Wacom mit Auflagefläche im Format 4:3. Zur Zeit habe ich es nicht installiert, da ich mich an die good old “Mouse” selbst für einfache Retusche Arbeiten gut gewöhnt habe.
Zum Zeichnen und Malen und zum präzisen Retuschieren ist so ein Tablet ohne Zweifel jedem anderen Eingabegerät (weit) überlegen
spannend wird sein, wie sich ein älteres Tablet in 4:3 mit einem Nettop PC im Breitbildformat verhält, der bald meinen betagten PC ablösen soll…
ich finde es schade, dass die Industrie die 4:3 Fans derzeit vollkommen ignoriert, jedenfalls für den Massenmarkt, denn Breitbild brauche ich nicht!
Gruss
Juergen.
Hallo,
ich nutze auch ein Grafiktablett, allerdings “nur” ein Bamboo; hat eine aktive Fläche von ca. Din-A-6, aber Breitbild, also nicht ganz so hoch. Reicht mir für die meisten Zwecke. So oft nutze ich es ja auch nicht, nur, wenn ich vorher schon weiß, dass die Aufgabe etwas feinfühliger ist. Dann kommt mir der Stift sehr entgegen, da ich damit doch besser z. B. Kanten nachziehen kann. Im Gegensatz dazu nutz ich z. B. in Lightroom bei großflächigen Sachen meist die Maus. Aber ich glaub, dass ist mehr Faulheit, weil sie eh schon in Reichweite liegt und ich das Tablett erst nach vorne holen müsste.
Für unter 100 Euro ist das Bamboo meine Empfehlung für den Einstieg mit Tabletts. Nicht nur unter Windows, es wird auch problemlos von Linux unterstützt.
Viele Grüße,
Markus