Wieviel Equipment braucht ein guter Fotograf? Was muß man unbedingt haben und wann hat diese Einkaufsorgie ein Ende? Seit Jahrzenten reibt sich die Fotoindustrie die Hände, da ein hartnäckiges Gerücht (oder ist ein eine Irrlehre?) die Runde macht: Mit der noch besseren Kamera machst du endlich die Bilder, von denen du bislang nur geträumt hast. Dabei frage ich mich, wie die Fotografen vor 30 Jahren ihre Fotos geschossen haben, vor denen ich heute noch voller Staunen und Bewunderung stehen bleibe und die mich noch verfolgen, wenn ich schon längst das eigentliche Bild nicht mehr vor mir habe.

Alles fängt im Kopf an

Bevor man auf den Auslöser drückt, hat man (hoffentlich) eine Idee, wie das Bild aussehen sollte. Ausschnitt, Schärfepunkt, Objektstellungen sollten bereits ein Bildkonzept gebildet haben. Komischerweise beginnt gleichzeitig ein Prozeß (ebenfalls im Kopf), der zu argumentieren beginnt: Mit dem und dem Lichtformer würde das Bild noch besser werden; hätte man die ganz spezielle Kamera, dann wäre genau dieses Foto ein Weltschlager … Was ist da nur los?

Fotografie ist Meditation

So provozierend die Überschrift auch ist, so hat sie doch den Kern erfaßt. Um gute Bilde rzu machen, braucht man eine innere Ruhe, Ausgeglichenheit und Konzentration. Ich persönlich nehme dazu gerne mal die “Ketten” der analogen Fotografie in Kauf, schnappe mir neuerdings auch meine F100 mit EINEM Monochromefilm und nehme mir eine Aufgabe vor. Während bei derselben Übung mit der digitalen Kamera locker mal eben 250 Bilder geschossen werden, können beim Rollfilm nur 36 Bilder gemacht werden. Und selten wird der Film dann voll – dafür sind aber dann später (fast) alle Bilder einfach nur gut.

Übung macht den Meister

Dieser Satz gilt in allen Lebensbereichen. Und die Bildergebnisse haben wenig mit einer teuren Ausrüstung zu tun – vielmehr ist stetige Übung mit der Kamera un d ein geschultes Auge die Basis des Erfolges. In diesem Sinne betrachte ich mich als Lerneneder.

Ein Ausblick auf mein Material

Wenn ich zu einem Shooting fahre, bin ich manchmal selbst überrascht, was ich da so alles an Bord habe. NEIN, meine Frau hat mich nicht rausgeworfen und ich ziehe nicht um – ich will nur ein paar Bilder machen. Doch irgendwie ist mein Kofferraum häufig voll. Von der Kiste mit Stativen, Werkzeug bis hin zum Objektivkoffer ist für so ziemlich jede Situation vorgesorgt. Am

Mein Studio für die ganz kleinen Dinge

Einfachsten ist natürlich die Arbeit daheim. Dort habe ich mein kleines Studio und alles in Griffnähe. Hier kann ich in meinem “Spielzimmer” mich austoben und auch mal Chaos walten lassen – denn aufräumen muß ich selbst. Basis meiner Bilder bilden meine beiden Nikons. Die F100 für analoge Arbeiten und mein Brot und Buttergerät die D200. Mehrere Aufsteckblitze, Filter und “Zeugs runden das Ganze ab. Favoriten beim Glas bilden das 50mm/1,8 (Nikon), 90mm/2,8 Makro, 28-75/2,8 und 70-200/2,8 alle von Tamron. Der Rest kommt eher selten zum Einsatz.

Back to the roots?

Doch bevor ich die Liste der Lichtformer, Blitzanlagen etc. noch endlos weiterführe, möchte ich noch einen Gedanken loswerden (an den ich mich beim nächsten Besuch im Fotofachgeschäft erinnern will ;-) ): Es ist nicht immer die Fülle des Materials, die das beste Ergebnis bringt. Es ist die Wahl des RICHTIGEN Equipments und der konzentrierten Vorbereitung, die der Garant für bessere Bilder ist. Zieh doch einfach mal los, nur mit einer Kamera und einem Objektiv (Festbrennweite) und stelle dich deiner Umwelt, und du wirst staunen, was du alles sehen wirst, was eigentlich schon immer da war.